Der Sprung raus aus der Komfortzone

„Der sicherste Ort für ein Schiff ist der Hafen. Doch dafür sind Schiffe nicht gemacht.“ (Albert Einstein)

Findet ihr nicht auch, dass diese Worte zum Nachdenken anregen? Sie sind eine sehr passende Einleitung in unser heutiges Thema: Unsere Komfortzone und was uns dabei helfen kann, sie öfter zu verlassen. Wir alle kennen das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Bequemlichkeit, wenn wir uns innerhalb unserer Komfortzone bewegen. Alles was darin passiert, ist uns bekannt und vertraut und gibt uns das Gefühl, den Ablauf unseres Lebens zu kennen. Doch wie sicher und bequem ist ein Leben in diesem Bereich eigentlich und ist es wirklich das, was uns erfüllt und glücklich macht?

Bei jedem von uns kommt im Laufe des Lebens der Wunsch auf, einmal etwas zu riskieren, etwas Neues auszuprobieren oder eine Herausforderung anzunehmen. Doch viele lassen sich von der Angst zu scheitern und der Sorge, was andere darüber denken könnten, davon abhalten. Wir lehnen uns lieber nicht zu weit aus dem Fenster, gehen den einfacheren Weg und üben uns in Genügsamkeit mit dem was wir haben. Was aber vielen nicht bewusst ist - innerhalb unserer Komfortzone herrscht Stillstand. Indem wir Unbequemlichkeit vermeiden wollen, nehmen wir uns selbst die Chance auf persönliches Wachstum. Der Autor Robin Sharma schreibt dazu passend:

„Don`t live the same year 75 times and call it a life“.

Genauso ist es. Verharren wir in unserer Komfortzone, finden wir uns ab und tun nur das, was wir schon immer getan haben. Je mehr wir uns daran gewöhnen, desto schwieriger wird ein Ausbruch, denn je länger wir zögern, desto größer wird die Angst. Was ist die Konsequenz daraus? Wenn wir nie etwas riskieren weil wir Angst vor dem Scheitern haben, wissen wir nicht wie es geworden wäre. Wenn wir nie anfangen nein zu sagen weil es uns unangenehm ist, werden wir früher oder später ausgenutzt. Wenn wir uns aus Faulheit nicht um unsere Gesundheit kümmern, werden wir irgendwann krank. Das Verrückte daran ist, dass viele lieber mit der Unzufriedenheit leben, als das Risiko des Scheiterns einzugehen. Denn wir gewöhnen uns an das Leid, es wird ein vertrauter Teil unserer Komfortzone. Doch wieso sollten wir nicht mehr von unserem Leben erwarten? Wieso sollten wir in dem kleinen Bereich der Komfortzone verharren, wenn unser Herz doch für etwas anderes schlägt?

Was ist nötig, um einen Schritt hinaus zu wagen? Mut. Denn es bedeutet, offen zu sein für neue Herausforderungen, ohne die Gewissheit zu haben, dass wir damit glücklich und erfolgreich werden.

„Angst beginnt im Kopf – Mut auch.“

Als wir uns vor 3 Jahren dazu entschieden haben, alles zu verkaufen und mit einem Camper durch Europa zu reisen, wurden wir oft für verrückt gehalten. Solly ist doch noch zu jung! Wenn ihr zurück kommt, müsst ihr von vorne anfangen! Ihr könnt doch nicht einfach eure Jobs kündigen! Ja die Zweifler waren laut. Doch unsere Sehnsucht nach mehr als das was unser Leben für uns zu bieten hatte, war größer und wichtiger als die Zweifel und Sorgen. Wir haben unseren Mut zusammen genommen, auf der Suche nach Erfüllung, Freiheit und Glück. Alles auf eine Karte gesetzt. Das Wichtigste was wir dabei hatten, war die Bereitschaft zu scheitern und daran zu wachsen.

Und wisst ihr was? Durch das Reisen haben wir Antworten gefunden. Wir wissen jetzt was uns erfüllt und glücklich macht. Es war keinesfalls immer leicht, auf engstem Raum mit Kleinkind zu leben, nicht genau zu wissen, wo wir Wasser herbekommen oder wo wir die Nacht verbringen werden. Doch genau an dieser Unbequemlichkeit sind wir in unserer Persönlichkeit gewachsen. Wir haben gelernt, dass es sich lohnt ins Leben zu vertrauen und achtsam mit uns zu sein. Dass es uns glücklich macht, selbstbestimmt, entschleunigt und möglichst frei von gesellschaftlichen Normen zu leben. Und das wichtigste, was wir jetzt wissen: außerhalb der Komfortzone beginnt der beste Teil des Lebens!

Was für uns das Reisen ist, kann für jeden von euch etwas anderes sein. Es geht in erster Linie darum, seine Ängste und Sorgen zu überwinden, die Bequemlichkeit zu verlassen und seinen innersten Wünschen nachzugehen. Überlegt mal für euch, was ihr in eurem Leben schon immer ändern oder ausprobieren wolltet, aber nicht gewagt habt, um in eurer sicheren Komfortzone zu bleiben?

  • Der Traumjob, für den ihr nochmal studieren müsstet?
  • Der Umzug an einen bestimmten Ort, für den ihr vieles hinter euch lassen müsstet?
  • Mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung, wofür Durchhaltevermögen gefragt ist?
  • Aus gesundheitlichen Gründen mit dem Rauchen aufzuhören und nicht wieder anzufangen?
  • Eine Beziehung zu beenden, die euch schon lange nicht mehr gut tut?
  • Öfter Nein zu sagen und für euch selbst einzustehen?

„Alles was du willst oder jemals wolltest, befindet sich auf der anderen Seite der Angst“ – George Adair

Was kann uns dabei helfen, so mutig zu sein, um die Komfortzone zu verlassen?

  • Fangt mit kleinen Schritten an: Wenn ihr euch z.B. zukünftig mehr bewegen wollt, startet erstmal mit einem 5 Minuten Workout.
  • Nehmt die unangenehmen Gefühle in dem Moment achtsam und bewusst wahr. Wenn ihr etwas erstmal nur kurz macht, könnt ihr beobachten wie groß die Gefühle wie Wut, Zweifel oder Angst eigentlich sind. Sind sie vielleicht sogar aushaltbar und okay?
  • Übt euch im Aushalten von unangenehmen und unbequemen Gefühlen. Stellt euch täglich neuen Herausforderungen, indem ihr zum Beispiel auf Ungesundes verzichtet, mehr Sport macht, Fremde ansprecht oder nein sagt. Ihr werdet feststellen, dass die unangenehmen Gefühle früher oder später angenehmeren Gefühlen wie Stolz und Glück weichen werden.
  • Schaut euch an, wovor ihr eigentlich wegläuft. Was habt ihr bisher vermieden oder verdrängt, weil es zu anstrengend war? Welches Leid oder Problem entsteht dadurch? Welche Ausreden nutzt ihr, um bei alten Gewohnheiten zu bleiben?
  • Und das wichtigste zum Schluss: Macht euch bewusst, dass wir nur an Widerstand und am Scheitern wachsen. Das Unangenehme ist nicht unser Feind, es zeigt uns nur den Weg. Denn Erfolg und Scheitern ergeben genauso wie Ying und Yang nur gemeinsam Sinn.

Also ihr Lieben, erschafft euch ein Leben, das sich gut anfühlt und keines, das nur von außen gut aussieht. Geht euren eigenen Weg und macht es lieber euch recht, statt allen anderen, denn es ist EUER Leben. Macht das, wobei ihr euch lebendig fühlt. Habt ihr Angst davor? Dann ist es vielleicht umso wichtiger es auszuprobieren und daran zu wachsen. Denn...

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ - Demokrit

11 Kommentare

  • Wow, danke euch! Ich würde diesen Beitrag am liebsten inhalieren in der Hoffnung, dass er dann in mein Innerstes übergeht und es endlich bei mir ankommt.
    Wirklich gut geschrieben. Ihr solltet eine Art Lebensweisheiten – storie – Tagebuch rausbringen. Ich würde es kaufen. Um genau solche Texte markieren zu können und immer wieder raus zu holen und lesen zu können, wenn ich das Gefühl habe, vom Weg anzukommen!

    Monique
  • Vielen Dank für diese tollen Blogbeitrag ❤️ Der mir aus der Seele spricht.
    Ich wurde vor 3 Jahren aus meiner Komfortzone herausgekickt. Mein Partner hat sich nach 35 Jahren von mir getrennt und ich stand vor einem riesigen Scherbenhaufen.
    Da bin ich „aufgewacht“ und hab mein Leben in die eigenen Hände genommen. Ich habe eine Fernsausbildung absolviert und mich jetzt selbständig gemacht.
    Und was soll ich sagen: ALLES IST GUT UND SOGAR BESSER!!
    Wenn mir das vor 3 Jahren nicht passiert wäre, würde ich vermutlich noch genauso durchs Leben dümpeln. Es war ein harter Schnitt, aber jetzt ich bin dankbar dafür 🙏🏻

    Marianne
  • Sehr toll geschrieben. Motiviert mich und gibt mir Kraft und Ansporn die Dinge anzugehen.
    Dankeschön ☺️

    Luisa
  • Wieder sehr schön geschrieben!
    Durch eure Worte gewinnt man Mut und Kraft etwas anzupacken wovor man sich drückt oder sogar Angst hat!
    Vielen Dank dafür ❤️❤️❤️

    Janine
  • So ein toller Text und genau das, was mir gerade wieder gefehlt hat. Es ist so oft, dass ich bei euch denke, dass ihr mir aus der Seele sprecht.
    Vielen Dank – wir werden mutig sein und neue Wege gehen!

    Sina

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