Körper & Bewegung

„Der Körper ist der Palast der Seele“ (Abraham Ibn Esra)

Dieses Zitat von Abraham Ibn Esra beschreibt, worum es in diesem Blogbeitrag gehen wird. Um unseren Körper als das Haus unserer Seele und als unvermeidbares Thema, wenn es um Selbstliebe und Achtsamkeit geht.

Unser ganzes Leben sind wir mit unserem Körper verbunden. Er begleitet uns nicht nur durch die guten, sondern auch durch die schlechten Zeiten. Er funktioniert für uns, ohne dass wir ihn darum bitten müssen. Unser Herz schlägt, unsere Lungen atmen und unsere Augen sehen - für uns selbstverständlich und offensichtlich.

Doch unser Körper kann so viel mehr als das. Er kommuniziert mit uns und gibt uns wichtige Signale. Da er in enger Verbindung mit unserer Seele steht, weiß er genau was wir brauchen, damit es uns gut geht. Genauso reagiert er auch darauf, wenn es uns nicht gut geht. Wenn wir beispielsweise eine schlechte Nachricht hören, schlägt sie direkt auf unser Gemüt. Wir bekommen Magenschmerzen, Herzklopfen oder können nicht mehr schlafen. Auch Frustessen oder andere ungesunde Handlungen zeigen genau diesen Zusammenhang von Körper und Seele.

Leider haben viele von uns im Laufe ihres Lebens verlernt, auf ihren Körper zu hören und ihm zu vertrauen. Besonders im stressigen Alltag steht häufig das bloße Funktionieren im Vordergrund. Wir missachten unsere körperlichen und seelischen Bedürfnisse und nehmen uns keine Zeit zum Durchatmen und Energie tanken. Nicht umsonst gibt es den allseits bekannten Spruch „Stress macht krank“. Denn wenn unsere Seele gestresst und voller negativer Gefühle ist, versucht der Körper einen Ausgleich zu schaffen. Er geht in einen Überlebensmodus, der unsere Blutversorgung im Gehirn, unser Immunsystem und unsere Verdauung vernachlässigt.

Wenn wir uns selbst mehr lieben wollen, bedeutet das also auch, zu unserem Körper ein liebevolles und achtsames Verhältnis zu entwickeln. Denn wenn wir mit unserem Körper in guter Verbindung stehen, können wir spüren, wie sich unser Körper anfühlt und was ihm gut tut. Wir merken zum Beispiel, welche Speisen uns besser tun und neigen dazu uns gesünder zu ernähren. Wir erkennen auch deutlicher, wann wir Erholung oder Bewegung brauchen. Indem wir mehr auf unser Körpergefühl hören, können wir also insgesamt ein besseres Verhältnis zu unserem Körper aufbauen und uns in ihm wohler fühlen.

Zu guter Letzt kann sich durch einen achtsamen Umgang mit unserem Körper auch unsere Intuition, unser sogenanntes Bauchgefühl verbessern. Auf unser Bauchgefühl zu hören bedeutet, die Signale unseres Unterbewusstseins, das über unseren Körper zu unserem Bewusstsein spricht, wahrzunehmen und zu verstehen. Ein Bauchgefühl, welches ernst genommen und gehört wird, kann für uns sehr wertvoll sein. Denn wenn wir mal ehrlich sind, wissen wir tief in unsrem Inneren meist schon früher als unser Kopf, wenn etwas nicht stimmt oder uns etwas nicht gut tut.

Wir sehen also, wie wertvoll ein gutes Körpergefühl und eine achtsame und positive Verbindung von Körper und Seele sind. Wie können wir diese fördern und für uns und unsere Selbstliebe nutzen?

Es ist besonders hilfreich, herauszufinden, was uns dabei hilft uns zu entspannen und zu erden. Denn wenn wir uns regelmäßig körperlich entspannen, gedanklich abschalten können und achtsam unsere Bedürfnisse wahrnehmen, können wir besser mit Stress und Negativität umgehen. Neben einem Spaziergang in der Natur oder einer fokussierten Meditation, möchte ich an dieser Stelle vor allem Yoga hervorheben. Es ist erwiesen, dass Yoga ein positives Körpergefühl erfordert und auch fördert, da es Körper und Seele gleichermaßen beansprucht. Sowohl Moritz als auch ich haben hierin für uns einen großen Mehrwert für mehr Ausgleich und Entspannung in unserem Alltag gefunden. Yoga bringt uns wieder zu unserem Ursprung, zu unseren Grundbedürfnissen. Wer es nicht glaubt, muss nur mal in die Tierwelt schauen. Habt ihr mal Hunde, Katzen, Löwen oder Wölfe beobachtet? Das erste was sie machen, nachdem sie aufstehen, ist sich und ihren Körper in alle Himmelsrichtungen auszustrecken – „der herabschauende Hund“. Nicht umsonst haben also einige Yoga-Übungen tierische Namen. Tiere wissen genau, was ihr Körper über den Tag nötig hat, um gut zu funktionieren und ausgelastet zu sein.

Im Alltag kommt genau diese Auslastung und Bewegung leider oftmals zu kurz, da wir uns nicht die nötige Zeit nehmen oder keine Motivation finden. Dabei sind uns allen die körperlichen Vorteile von Bewegung bekannt. Da wir hier über Selbstliebe sprechen, möchte ich vor allem nochmal die Bewegung als Balsam für die Seele beleuchten:

  • Bewegung macht glücklich! Es ist erwiesen, dass die dabei ausgeschütteten Glückshormone Endorphine unser Wohlbefinden fördern.
  • Bewegung fördert unsere Kreativität! Durch Bewegung wird nämlich unsere geistige Leistungsfähigkeit gesteigert.
  • Bewegung hilft gegen Stress! Wusstet ihr, dass das Stresshormon Cortisol besser in Bewegung als im Ruhemodus abgebaut werden kann?
  • Bewegung hilft gegen Schlafprobleme! Körperliche Auslastung am Tag, sorgt für einen besseren Schlaf.

Also ihr Lieben, lasst uns gemeinsam versuchen, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Das fängt damit an, für kleine Besorgungen mal das Auto stehen zu lassen und das Fahrrad zu schnappen oder regelmäßig spazieren zu gehen. Wem das nicht ausreicht, dem stehen natürlich im sportlichen Bereich unzählige Möglichkeiten zur Verfügung.

Das Wichtigste ist, dass wir verstehen, dass Körper und Seele immer gemeinsam betrachtet werden müssen. Nur wenn wir mit unserem Körper im Einklang sind, kann es unserer Seele gut gehen. Und wenn wir innerlich zufrieden und entspannt sind und unserem Körper Liebe und Achtsamkeit schenken, können wir tiefes Glück empfinden und uns selbst lieben.

Abschließend möchte ich mich, wie schon im letzten Blogbeitrag, auch hier nochmal an alle (werdenden) Eltern richten. Wie können wir unsere Kinder dabei unterstützen, dass sie mit einem positiven Körpergefühl aufwachsen und darauf vertrauen?

Hier ein paar Denkanstöße

  • Gebt euren Kindern die Gelegenheit, sich und ihren Körper mit allen Sinnen wahrzunehmen. Das kann heißen: Barfuß durch die Wiese zu rennen, mit den Händen im Matsch zu spielen, mit Fingerfarben zu malen oder die Nudeln heute Mal mit den Händen zu essen.
  • Nehmt sie in ihren Körperempfindungen ernst. Lasst sie zum Beispiel das Badewasser fühlen, ob es sich angenehm anfühlt. Oder lasst sie sich ihren Pullover oder ihre Socken ausziehen, wenn sie euch mitteilen, dass ihnen zu warm ist und entscheidet nicht über ihre Empfindungen hinweg.
  • Bringt schon bei euren Kids regelmäßige Bewegung im Alltag ein und vermittelt ihnen, wie wichtig sie für unser Wohlbefinden ist. Geht mit ihnen in die Natur und lasst sie sich austoben.
  • Achtet bei der Wahl von euren Kosenamen darauf, dass sie nicht den Körper eurer Kinder bewerten wie beispielsweise „Dickerchen“ „Specki“ oder „Dickmops“. Es ist nämlich erwiesen, dass dies schon im frühen Alter zu einem negativen Körpergefühl führen kann.
  • Wertet euch selbst und euren Körper nicht vor euren Kindern ab. Wenn Kinder hören, dass ihre Mami ihren Körper nicht mag und immer an sich selbst rummeckert, wird es das Kind schwer haben, sich selbst lieben und akzeptieren zu lernen.

Natürlich gibt es noch sehr viele weiter Dinge, die wir beachten können und meine Beispiele dienen lediglich als Impuls, doch wenn wir diese Punkte beachten, geben wir unseren Kindern eine gute Grundlage mit, auch später einmal liebevoll und achtsam mit ihrem Körper umzugehen und auf ihr Körpergefühl zu hören.

8 Kommentare

  • Danke für diesen wichtigen Beitrag! Besonders die Denkanstöße im Umgang mit Kindern sind total wertvoll und ich werde versuchen sie (später einmal) im Umgang mit meinen eigenen Kindern umzusetzen.

    Sophia
  • Hallo Ihr beiden,
    besser kann man es nicht in Worte fassen. Danke für diesen super Beitrag!
    Liebe Grüße
    Ilona 🌸

    Ilona
  • Hallo Julie und Moritz,
    Danke wieder einmal für diesen tollen Beitrag!!!!
    Viele Gruesse

    Petra

Hinterlassen Sie einen Kommentar