Loslassen

Lass los, sonst ist da kein Platz für das, was du in Zukunft halten willst“ Angela Doe

Die Vergangenheit ist unser größter Lehrer. Sie prägt uns, lässt uns wachsen und macht uns zu den wunderbaren Personen, die wir heute sind. Sie kann uns jedoch auch ausbremsen und unser Glück verhindern, indem wir negative Erlebnisse aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt tragen.

Wir alle kennen diese schmerzhaften Erfahrungen, die uns nicht loslassen. Sei es eine Ex-Beziehung, eine gescheiterte Freundschaft, eine Kränkung in der Kindheit oder ein eigener Fehler, über den wir uns immer noch ärgern. Indem wir weiterhin darüber nachdenken und davon erzählen, durchleben wir die Situation immer wieder und halten an dem damit verbundenen Leid fest. Doch was steckt dahinter? Indem wir uns über unsere negativen Erfahrungen definieren, finden wir immer Gründe, wieso etwas nicht klappt oder wieso wir sind wie wir sind. Wir können die Verantwortung für unser Verhalten abgeben und es mit unserer Vergangenheit rechtfertigen. Vielleicht bekommen wir für das was wir erlebt haben, sogar Mitleid oder Sympathie von unseren Mitmenschen.

Doch indem wir uns weigern, Vergangenes loszulassen, kann auch der Schmerz nicht weichen. Wir gehen mit einer negativen Energie durchs Leben und beeinflussen damit unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Wir wünschen den Personen, die wir für unser „Unglück“ verantwortlich machen Schlechtes und wollen, dass sie genauso leiden wie wir. Aber wie schon ein Sprichwort von Buddha sagt: „An Zorn festhalten, ist wie Gift trinken und erwarten, dass der andere daran stirbt“.

Die größten Leidtragenden sind nämlich wir selbst. Wir entscheiden uns dafür, in einem Gefängnis aus negativen Gefühlen zu leben, obwohl wir jederzeit die Möglichkeit haben, hinauszutreten und unsere Freiheit zurückzuerlangen. Denn wir können uns dafür entscheiden, vergangenes loszulassen und Platz für neue, schöne Momente zu schaffen. Eine Art emotionalen Neustart.

Doch wie kann das Loslassen gelingen? Die folgenden Tipps können uns dabei helfen.

Tipp 1: Akzeptanz

Zunächst einmal, musst du akzeptieren, dass du Vergangenes nicht ändern oder rückgängig machen kannst. Denn dann brauchst du dir nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, was du hättest anders machen können. Du kannst das Erlebte besser hinnehmen und dankbar als Erfahrungswert einordnen.

Tipp 2: Vergebung

Um mit deiner Vergangenheit ins Reine zu kommen, ist es hilfreich, noch einmal genau hinzuschauen, welche schmerzhaften Situationen du mit dir herumträgst. Du kannst hierfür alle Personen aufschreiben, auf die du sauer bist oder die dich enttäuscht haben und anschließend die Erinnerungen reflektieren. Im besten Fall merkst du mit etwas Abstand, dass die vergangene Verletzung für dein jetziges Leben keine große Bedeutung mehr hat und du sie loslassen kannst. Wenn du jedoch merkst, dass immer noch Schmerz hochkommt, entscheide dich bewusst dafür, der Person zu vergeben. Jeder von uns verletzt mal oder macht Fehler. Oft steckt keine böse Absicht dahinter. Manchmal verletzen Menschen, weil sie mit sich selbst nicht im Reinen sind und ihre Schwäche kompensieren wollen.

Vergeben heißt nicht, dass du die Taten für gut heißen musst oder die Person wieder zurück in dein Leben lässt. Es heißt nur, dass du ihr nichts Schlechtes mehr wünschst und dass du aufhörst ihr Schuldzuweisungen zuzusprechen. Dass du ihr stattdessen aufrichtig das gleiche gönnst wie dir. Verspürst du keinen Stich im Herzen mehr, wenn der Person etwas Gutes widerfährt, hast du vergeben. Auch wenn es nicht leicht ist, nimm dir die nötige Zeit, um Vergebung zu lernen. Nicht für die andere Person, sondern vor allem für dich. Hierzu zählt übrigens auch, dass du dir selbst für deine Fehler und die damit verbundenen Scham- und Schuldgefühle vergibst.

Tipp 3: Neue Träume und Visionen entwickeln

Nicht mehr in der Vergangenheit zu leben, ist also eine bewusste Entscheidung. Die freigewordene Energie, kannst du jetzt auf etwas Neues richten. Den Fokus auf das Hier und Jetzt zu haben, fällt uns leichter, wenn wir Träume, Herzenswünsche und Zukunftsvisionen entwickeln. Gehe also in dich und überlege dir: Was erwartest du von deinem Leben? Wie stellst du es dir vor? Wer oder was soll Teil von deinem Leben sein? Wo möchtest du hin? Verschriftliche deine Gedanken.

Tipp 4: Unterstützung durch Meditation, Yoga, Podcasts

Mit dem Thema „Loslassen“ haben sich schon sehr viele Menschen beschäftigt und verschiedene hilfreiche Ideen entwickelt. Sehr ans Herz legen kann ich dir weiterhin den Podcast „Sei anders. Sei du“ von Mira Dejdar. Sie beschäftigt sich intensiv mit allen Themen rund um Selbstliebe und Achtsamkeit. Speziell zum Loslassen hat sie eine spannende Folge (#27) entwickelt, die du dir anhören kannst. Darüber hinaus findest du auf Youtube auch viele Meditationen und Yoga –Einheiten zu der Thematik.

Tipp 5: Therapeutische Unterstützung

Handelt es sich bei deinen Erlebnissen um traumatische oder sehr schwerwiegende Erfahrungen, ist es oftmals schwierig, alleine damit klarzukommen. Die vorherigen Tipps können in diesem Fall nur begrenzt helfen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern menschlich. Scheue dich nicht davor, dir therapeutische Unterstützung zu suchen. Denn du hast es verdient, wieder glücklich zu sein und nach vorne zu schauen!

Zusammenfassend heißt Vergangenes loslassen also, mehr im Hier und Jetzt zu leben, negative Energie ins Positive zu verwandeln und unser emotionales Befinden frei von der Außenwelt zu machen. Unsere Selbstliebe kann uns hierbei mal wieder unterstützen. Denn wir müssen es uns wert sein und es uns gönnen, mit weniger Altlast und mit neu gewonnener Freiheit nach vorne zu schauen. Nur so können wir unser Leben und unser Glück wieder selbst in die Hand nehmen.

4 Kommentare

  • Wieder einer dieser Beiträge, die mir ein lächeln ins Gesicht zaubern … Danke für eure Inspiration und die täglichen positiven Gedanken…
    Schön das ich an eurem Leben teilnehmen darf…

    Sabine
  • Hallo ihr lieben,

    Ich wollte euch mal ein riesengroßes Dankeschön sagen weil egal über was ihr schreibt es bringt ein dazu nachzudenken und es auch umzusetzen. Ich lese alles unglaublich gern von euch durch weil ich mir immer denke da kann ich noch sehr viel dazu lernen. Wenn ihr ein Buch schreiben würdet, würde ich es sofort kaufen und das wäre mein erstes Buch. 🙈
    Also nochmals vielen dank 😊

    Isabell
  • D A N K E !
    Danke für diesen tollen Blogbeitrag.
    Es war Balsam für meine Seele.
    Ein Beitrag, der mir für meinen weiteren Weg so unglaublich viel gegeben hat.
    Ihr seid toll!

    Justine
  • Ihr lieben, ich habe euren BlogBeitrag so gebraucht. Ich habe ihm regelrecht inhaliert. Ich habe dieses Jahr erhausbekommen, dass mein Partner mich betrogen hat. Ich habe bewusst entschieden ihm, uns und unserer kleinen Familie eine Chance zu geben. Und jetzt, fast ein halbes Jahr später, ist da oft noch dieser tiefe Schmerz. Ich erwische mich hin und wieder dabei, im Vergangenen zu hängen. Euer Blog hat mir nochmal ins Bewusstsein gerufen LOSZULASSEN,an mich und das was mir und meinem Geist und meiner Seele gut tut bewusst zu werden und einfach wieder zu leben. Danke für eure tollen Gedanken.

    Franzi

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