Weniger ist mehr!

Weniger ist mehr!

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.“ (Buddha)

Unsere Kleidung, unser Essverhalten, unsere Fortbewegungsmittel – all das sagt etwas über uns, unsere Persönlichkeit und unsere Werte aus. Neigen wir eher dazu, immer das neuste Auto oder die neuste Technik besitzen zu wollen und einen überfüllten Kleiderschrank zu haben oder ist das Auto für uns ein reines Nutzfahrzeug und der Kleiderschrank wird regelmäßig aussortiert? Im heutigen Blogbeitrag wollen wir uns damit beschäftigen, was es mit dem Spruch „Weniger ist mehr“ auf sich hat und wie wir von einer minimalistischen Denkweise profitieren können.

In unserer Leistungsgesellschaft ist überflüssiger Konsum und Besitz ein großes Thema. Wusstet ihr, dass wir Deutschen im Schnitt 10.000 Gegenstände besitzen? Dass dabei die Wertschätzung und das Bewusstsein über den einzelnen Gegenstand verloren gehen, ist nachvollziehbar. Während man früher defekte Geräte reparierte, ersetzt man sie heute leichtfertig mit etwas Neuem, Besseren. Ganz nach dem Motto: höher, schneller, weiter, stets auf der Suche nach Anerkennung und Erfüllung im Außen. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Menschen, die sich über ihren Besitz definieren und glauben, dass ihr Wohlbefinden von Materiellem abhängt, sich mehr an der Meinung anderer orientieren und weniger zufrieden sind.

Nicht die Anschaffung und der Besitz von Dingen, sondern vor allem Erfahrungen und Erlebnisse sollen sich laut Experten positiv auf unsere Psyche auswirken. Wir kennen das von Geburtstagsgeschenken. Häufig freut man sich doch viel mehr über eine gemeinsame Aktivität mit den Liebsten, als über etwas, dass man sich vielleicht auch selbst kaufen kann. Gemeinsame Zeit schafft Erinnerungen und lässt uns dazu lernen und wachsen. Genau das erleben wir immer wieder beim Reisen. Dort liegt der Fokus nicht auf unseren Besitztümern oder auf der Meinung der Außenwelt, sondern auf uns. Auf unseren Erfahrungen, auf unserem Wachstum. Als wir damals mit einem kleinen Camper losgezogen sind und unsere Wohnung aufgegeben haben, haben wir sehr viel ausgemistet, unseren Besitz minimiert und uns damit auch von unnötigem Ballast befreit. Und diese Freiheit haben wir auch in unserem Mindset gespürt. Irgendwie hat es uns mehr Ruhe gegeben auf Reisen nur das Nötigste dabei zu haben. So war unser Kopf nicht voll mit Materiellem, sondern offen für alles was kam.

Und auch heute, trotz Eigenheim, haben wir ein Bewusstsein für unseren Besitz und misten regelmäßig aus. Ausmisten und Aufräumen hat nachweislich einen therapeutischen, heilsamen und selbstbelohnenden Effekt. Ordnung im Außen schafft auch Ordnung und Klarheit im Inneren. Wenn wir ausmisten, haben wir eine Aufgabe: Wir müssen Entscheidungen treffen, werden mit Erinnerungen konfrontiert und haben die Möglichkeit, Altlasten loszuwerden und wieder mehr Leichtigkeit und Raum für Neues zu schaffen. Ein toller Nebeneffekt ist außerdem, dass wir anderen mit unseren aussortierten Dingen eine Freude machen können. Um erfolgreich auszumisten, müsst ihr klein anfangen. Nehmt euch ein Zimmer nach dem anderen vor und setzt euch nicht unter Zeitdruck. Schaut zunächst, von welchen Dingen ihr euch problemlos trennen könnt. Seid ehrlich mit euch und stellt euch bei jedem Gegenstand die Frage, ob ihr ihn wirklich braucht, ob er euch glücklich macht und wie oft ihr ihn benutzt. Dinge, bei denen ihr unsicher seid, könnt ihr zum Beispiel in einen Karton packen. Geht ihr mehrere Monate nicht dran, wisst ihr, dass ihr den Inhalt nicht mehr benötigt. Zu guter Letzt nehmt ihr euch vor, immer etwas auszumisten und herzugeben, wenn ihr etwas Neues anschafft. Bei dem Prozess könnt ihr übrigens auch super eure Kinder integrieren, damit auch sie einen gesunden Umgang mit Konsum lernen können.

Weniger ist also mehr. Wenn wir weniger besitzen, müssen wir weniger aufräumen und haben somit mehr Zeit für die wichtigen Dinge. Wenn unsere Kinder weniger Spielsachen haben, ist mehr Platz für Kreativität. Aber nicht nur beim Besitz können wir von diesem Motto profitieren. Es lässt sich im Prinzip auf das ganze Leben übertragen. Wenn wir unseren Tag weniger voll planen, sind wir weniger gehetzt und haben mehr Zeit für Spontanität und Entspannung. Wenn wir weniger Hinterfragen und uns weniger Sorgen machen, über das was kommt oder war, können wir mehr im Hier und Jetzt leben, den Fokus auf uns und die kleinen Dinge richten und diese bewusst wahrnehmen und wertschätzen. Uns persönlich hilft diese Einstellung dabei, unbeschwert und gelassen unseren Tag zu meistern.

Zum Abschluss haben wir für euch noch einige Anregungen für mehr Einfachheit und Bewusstsein im Alltag:

  • Wenn wir einen ausgemisteten Kleiderschrank haben, fällt uns die Kleiderwahl am Morgen leichter.
  • Wenn wir das Auto auch mal stehen lassen und zu Fuß gehen, brauchen wir uns nicht über andere Autofahrer ärgern und tun noch etwas Gutes für unsere Gesundheit.
  • Wenn wir unsere defekten Geräte reparieren, statt sie leichtfertig zu ersetzen, können wir mehr Bewusstsein und Wertschätzung für unseren Besitz schaffen.
  • Wenn wir viel Zeit in der Natur verbringen, können wir dem Alltagsstress entfliehen und neue Energie auftanken.
  • Wenn wir uns genug Zeit und Liebe schenken, fällt es uns leichter, nicht die Außenwelt zu fokussieren, sondern uns selbst und das was wirklich zählt.

Wie ihr seht, hält eine minimalistische, simple Denkweise einige Möglichkeiten parat, um unser Leben positiv zu beeinflussen. Der erste Schritt dafür ist, zu erkennen, dass wir dauerhafte und wahre Zufriedenheit und Erfüllung nicht im Besitz, sondern nur in uns selbst finden können.

„Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.“ (Laozi)


11 Kommentare

  • Christiane

    Wieder so wunderschön geschrieben und direkt aus dem Leben. So sollte man sein Leben führen.


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