FULL TIME VANLIFE - Das solltest Du wissen und beachten!

Vanlife- ein Leben auf vier Rädern, mit der Möglichkeit, seinen Vorgarten an die schönsten Flecken Europas zu verlegen. Für uns ein absolutes Gefühl von Glück und Freiheit. Nachdem wir darüber gesprochen haben, welche Herausforderungen das Vanlife mit sich bringt, soll es heute um nützliches Wissen, Tipps und Anregungen gehen, wie ihr euren Traum vom Vanlife umsetzen könnt.

Unsere Must Haves im Van

Was braucht ihr zum Vanlife? Als erstes natürlich das passende Gefährt. Hier müsst ihr euch zunächst einmal entscheiden, ob ihr einen fertig umgebauten Van bzw. ein Wohnmobil kauft, ober ob ihr Lust und das gewisse Know-How habt, um euren Traum auf vier Rädern selbst auszubauen. Über das, was ihr bei der Auswahl eures Vans beachten müsst, findet ihr bereits einen Artikel auf unserem Blog. Hier soll es jetzt um die Ausstattung eures Vans gehen. Jeder, der im Van lebt hat dabei natürlich unterschiedliche Ansprüche. Wir haben für euch zwei verschiedene Listen erstellt.

Van Life Must Haves- so wird dein Van zu einem richtigen zu Hause

  • eine feste Gaskochstelle, um jederzeit im Van kochen zu können
  • ein ausreichend großer Wassertank, um nicht so oft auf Wassersuche gehen zu müssen
  • ein ausziehbarer Wasserhahn zum Duschen oder eine fest verbaute Dusche, um sich ab und zu frisch zu fühlen
  • eine Toilette, um nicht in der Natur unser Geschäft zu verrichten (hier empfehlen wir euch übrigens eher eine Trenntoilette statt ein Chemie-Klo, da ihr dann unabhängig von Entsorgungsstationen seid)
  • ein Tisch, an dem alle zum Essen und Spielen Platz finden
  • ein Kühlschrank mit genug Stauraum, um nicht ständig einkaufen gehen zu müssen
  • Campingstühle und ein Campingtisch, um draußen zu sitzen und zu essen
  • Batteriebetriebene Lichterketten und Kerzen, um abends Strom zu sparen
  • Kissen, Decken, Pflanzen und Bilder für ein wohliges Gefühl von Zuhause
  • Bücher, Angelausrüstung, Spiele und eine Musikbox für die viele Freizeit

Van Life Must Haves – so seid ihr beim Vanlife für jede Situation gewappnet

  • Solarenergie auf dem Dach, um autark stehen zu können und immer Strom zu haben
  • Fliegenschutz, Mückenspray und Fliegenklatsche für die vielen Moskitos am Abend
  • Schaufel und Besen für den täglichen Sand und die Hundehaare
  • ein Sonnenschutz, um Schatten vor dem Van zu bauen
  • einen Ventilator für die besonders heißen Tage
  • Panzertape – immer sinnvoll um etwas zu befestigen
  • ein Überbrückungskabel, wenn eure Batterie durch längeres Stehen leer ist
  • ein Werkzeugkasten für kleinere Reparaturen am und im Van
  • eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten
  • einen Wasserschlauch um das Befüllen der Kanister zu erleichtern
  • verschiedene Aufsätze für Gasflaschen, da sie sich in manchen Ländern unterscheiden
  • Nivellierkeile, damit der Van immer gerade stehen kann
  • Thermomatten für die Scheiben gegen Hitze und Kälte
  • eine Alarmanlage gegen Einbrecher
  • (Für Alleinreisende): Pfefferspray und zur Abschreckung von ungebetenen Gästen könnt ihr eine Hundeleine sowie einen Hundenapf nachts vor euren Van stellen

Es kann losgehen – doch wohin?

Der Van ist gepackt. Dann kann es ja losgehen. In welchen Ländern Europas kann man gut campen? Bei Vanlifern ist das Freistehen an tollen Naturspots sehr beliebt. Achtet hierfür darauf, in welchen Ländern es erlaubt beziehungsweise geduldet wird. In Österreich oder Holland ist es zum Beispiel offiziell fast unmöglich. Oft darf man auch nur für eine Nacht freistehen oder nur wenn man kein Campingverhalten zeigt. In Spanien, Schweden oder auf den Kanaren ist es wiederum relativ unproblematisch freizustehen. Es gibt hier also einiges zu beachten. Informiert euch am besten im Internet, oft ändern sich auch die Bestimmungen. Hier könnt ihr eine Auflistung finden, die euch die Wildcamping-Regeln der einzelnen Länder zeigt: https://roadsurfer.com/de-de/wildcampen-in-europa/

Die Stellplatz-Suche

Habt ihr euch für eine Route entschieden, heißt es, Plätze für die Nacht oder mehrere Tage zu finden. Bei uns war das hierbei immer ein Mix aus Freistehen, offiziellen Stellplätzen oder auch mal ein Campingplatz. Immer in Abhängigkeit vom Land und der jeweiligen Situation. Ihr könnt euch jedoch von der Erwartung verabschieden, immer den perfekten Spot zu finden. Manchmal ist das einfach nicht möglich. Wir empfehlen euch bei der Stellplatz-Suche auch immer auf euer Gefühl zu hören. Fühlt ihr euch wohl und sicher? Gibt es eventuell andere Vanlifer, die schon länger dort stehen? Wie ist die Umgebung? Eine wichtige Regel für uns ist immer, dass wir bei einem schlechten Bauchgefühl weiterfahren.

Eine App, die das Vanlife sehr erleichtert, ist Park4Night. Ihr könnt dort Stellplätze in der Natur, bewachte Parkplätze in der Stadt oder offizielle Campingplätze finden. Ganz toll sind übrigens auch die Plätze auf einem Bauernhof, die mit einem Traktor markiert sind. Hier könnt ihr oft gegen wenig Geld oder sogar umsonst übernachten. Meistens könnt ihr frische selbstgemachte Produkte wie Wurst, Käse oder Wein als kleines Dankeschön kaufen und das Leben der Einheimischen kennenlernen. Die App zeigt euch außerdem an, wo ihr duschen oder Wasser und Gas nachfüllen könnt. In Ländern, wo das Freistehen gut möglich ist, haben wir auch öfters über Google Sattelite tolle Spots entdeckt.

Ganz wichtig ist beim Freistehen immer, dass ihr die Natur respektiert. Hinterlasst eure Plätze so wie ihr sie vorgefunden habt. Nehmt euren Abfall mit und hinterlasst kein Toilettenpapier. Respektloses Campen ist leider der Grund, weshalb das Vanlife in manchen Ländern durch strengere Regeln immer schwieriger wird. Also habt das bitte im Hinterkopf, wenn ihr einen Traumspot gefunden habt.

Fulltime Vanlife – wie finanziert man das?

Die wohl meist gestellte Frage und der meist genannte Grund, wieso viele ihren Traum von Vanlife nicht nachgehen. Bevor wir euch verschiedene Ideen vorstellen wollen, wie ihr von unterwegs Geld verdienen könnt, wollen wir uns zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, was ihr während eurer Reise mit eurem Zuhause und euren laufenden Fixkosten machen könnt.

Falls ihr euer Zuhause nicht aufgeben wollt, gibt es die Möglichkeit, es zwischen zu vermieten oder bei Airbnb anzubieten. Vielleicht möchten ja auch Freunde für die Zeit bei euch einziehen. Es gibt sogar Plattformen, auf denen man sein Zuhause mit jemand anderem auf der Welt für einen gewissen Zeitraum tauschen kann. Mehr Infos dazu findet ihr beispielsweise unter www.homeexchange.com. Und wie sieht es mit euren laufenden Fixkosten aus? Falls ihr nicht genug angespart habt, um diese zu decken und gleichzeitig zu reisen, versucht sie auf ein Minimum zu reduzieren. Pausiert Sparverträge, wechselt zu einem günstigen Handyvertrag und kündigt Mitgliedschaften.

Der Lebensunterhalt beim Vanlife ist übrigens deutlich günstiger, als zu Hause. Man zahlt keine Miete und sowas wie Kinobesuche, Treffen mit Freunden in Bars oder Online-Shopping finden auch nicht statt. Wie viel Reisebudget man genau benötigt, ist allerdings sehr individuell zu betrachten und davon abhängig, wie ihr euren Vanalltag gestaltet.

Folgende Dinge müsst ihr dabei bedenken:

  • Wie teuer ist eure Autoversicherung, wie hoch der Spritverbrauch?
  • Habt ihr Kinder und/oder Tiere, die ihr mitversorgen müsst?
  • Seid ihr in einem „teuren“ oder „günstigen“ Land unterwegs?
  • Wie gestaltet ihr eure Reise und wie schnell wechselt ihr euren Standort?

Vanlifer die täglich den Ort wechseln, gerne essen oder shoppen gehen und am liebsten auf Campingplätzen stehen, geben natürlich mehr Geld aus, als Vanlifer die zwei Wochen am selben Strand stehen und täglich selbst kochen.

Welche Optionen habt ihr, um euer Vanlife zu finanzieren? Einige. Wir haben beispielsweise ein Jahr darauf hin gespart. Wir haben alles verkauft, uns von Dingen getrennt und auf sehr viel Freizeitspaß verzichtet, sodass wir ein gewisses Anfangsbudget hatten. Da Julie zu Beginn auch in Elternzeit war, gab es von Seiten des früheren Arbeitgebers auch noch etwas finanzielle Unterstützung. Im Laufe der Reise haben wir uns über Instagram eine finanzielle Basis aufbauen können und uns selbstständig gemacht. Neben Geld sparen und bloggen, gibt es aber auch andere Möglichkeiten. Hier ein paar Anregungen, wie andere Menschen, die wir auf Reisen getroffen haben, ihr Vanlife finanzieren:

  • Arbeiten vor Ort durch Plattformen wie Workaway, WWOOF oder Urlaub gegen Hand: Hier könnt ihr gegen Geld, Verpflegung oder Unterkunft ganz tolle Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln und vieles lernen. Egal ob auf dem Bauernhof, bei einer Tierschutzorganisation oder beim Housesitting - ihr werdet hier definitiv aus eurer Komfortzone gelockt und könnt dabei noch etwas Gutes tun.
  • Sabattical: Hierbei handelt es sich um eine drei- bis zwölfmonatige Auszeit von eurem Job. Das heißt, dass ihr angestellt bleibt und teilweise auch bezahlt werdet. Theoretisch kann das jeder beantragen. Informiert euch im Internet oder bei eurem Arbeitgeber, welche Voraussetzungen ihr hierfür erfüllen müsst.
  • Homeoffice von unterwegs: Auch das ist in manchen Arbeitsbereichen möglich. Gerade wenn ihr viel am PC arbeitet und nicht unbedingt im Büro anwesend sein müsst. Vor allem durch Corona hat sich hierbei ja einiges entwickelt.
  • Selbstständig machen: Worin seid ihr gut? Worin könnt ihr euch eventuell selbstständig machen? Wir haben zum Beispiel Leute getroffen, die auf Fuerteventura als Surflehrer oder Surffotograf gearbeitet haben. Manche reisen auch als Schreiner umher und nehmen unterwegs Aufträge an. Eine Lehrerin, die wir getroffen haben, hat Online-Sprachkurse angeboten. Ihr könnt aber auch eine Ausbildung zum Virtuellen Assistenten machen und so online für verschiedene Unternehmen arbeiten.

Also wie ihr seht – es gibt viele Möglichkeiten und bestimmt noch mehr, die uns bisher nicht bekannt sind. Man muss nur kreativ werden und es wirklich wollen. Was ihr hierfür wieder mal benötigt? Richtig – Mut! Raus aus der Komfortzone, sich freimachen von gesellschaftlichen Vorstellungen. Denn es ist natürlich erstmal einfacher, Gründe zu finden, wieso der Traum vom Vanlife nicht umsetzbar ist. Aber wieso nicht einfach mal was riskieren? Entscheidet euch für euch und für das Leben da draußen, das auf euch wartet!

Wir brauchen nicht so zu leben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein. -Christian Morgenstern

Wir hoffen, dass wir euch mit unserem nützlichen Wissen zum Vanlife etwas Mehrwert schaffen konnten und euer Wunsch, im Van durch die Welt zu reisen, etwas greifbarer werden konnte.

Viel Spaß beim Planen und Losfahren J

1 Kommentar

  • Sehr gut und hilfreich, ich finde die Links super

    diefreilichs

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